Was wiegt schwerer: Selbstschutz oder Solidarität? Und wer hält stand, wenn die Welt in die eigene Küche drängt?
Ein Jahr, neun Menschen, unzählige Entscheidungen, die alles verändern können: Sabine Lehmbeck erzählt vom Leben zwischen dem Harburger Hafen und Wilhelmsburger Hochhaus, zwischen Villenverfall in Harvestehude und dem Aufbruch ins Ruhrgebiet.
Kann sich Sima mit einem Neuanfang arrangieren? Ihre Tochter Yasmina steht vor einer Reise, die ihr Leben aufs Spiel setzen könnte. Karla ahnt, was hinter der Wohnungstür ihrer besten Freundin geschieht. Und Fritzi, die für ihre Söhne kämpft, öffnet die Wohnungstür – und blickt in ein Gesicht, das sie längst vergessen wollte.
Ein Wiedersehen mit den Figuren aus „Benefiz“. Sabine Lehmbeck schreibt ungeschönt, körpernah und voller Zärtlichkeit für ihre Figuren, über Frauen, die sich nicht abfinden – ohne Kitsch, ohne einfache Antworten. Und ohne Blumen.
Covergestaltung: Kerstin Svensson



Silke P. –
GESCHICHTEN, IN DENEN WOHL DIE MEISTEN VON UNS SICH IRGENDWO WIEDERFINDEN KÖNNEN
Ich habe bereits mit Begeisterung Sabine Lehmbecks Vorgängerroman „Benefiz“ gelesen und war sehr gespannt darauf, wie sich ihre Figuren nun weiterentwickelt haben. „Heute keine Blumen“ erzählt von neun Charakteren in ganz unterschiedlichen Lebensumständen – alles fiktiv, aber meiner Meinung nach dennoch sehr nah an der Realität. Wie gehen wir damit um, wenn es im Leben nicht immer nur geradeaus geht? Wenn die Dinge anders kommen, als wir sie uns gedacht haben? Wenn wir Enttäuschungen erleben, aber ebenso auch mit ganz neuen Perspektiven und Möglichkeiten konfrontiert sind?
Diesen Fragen geht Sabine Lehmbeck in diesem Buch nach – und das nicht belehrend und mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit viel Herz und Empathie. Es geht um Familie, Beziehungen und Freundschaften, um Armut und Reichtum, um alte Wunden aus der Vergangenheit, gegenseitige Unterstützung in der Gegenwart und neue Lebensentwürfe für die Zukunft. Ich kann all das in diesen wenigen Zeilen nur anreißen – also lest das Buch am besten selbst. Den Vorgänger „Benefiz“ müsst ihr dafür nicht zwingend vorher gelesen haben. Meiner Meinung nach findet man sehr schnell Zugang zu den Figuren und ihren Verbindungen untereinander.
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