Bagdad 1979: Eine Fünfzehnjährige flieht mit ihrer Mutter vor dem Baath-Regime und findet sich in der grauen Kälte der DDR wieder. Ein autofiktionaler Roman über das Leben zwischen zwei Welten, das Spannungsfeld von Staatsdoktrin und menschlicher Wärme und den Mut zur eigenen Stimme.
Samira und ihre Mutter Farida lassen den Irak hinter sich, die Verfolgung, den Untergrund, das Leben im Schatten einer Ideologie. Was sie erwartet, ist kein Ankommen, sondern ein neues Fremdsein. Eisenhüttenstadt, Jena, Weimar – Orte, die keine Heimat werden wollen. Samira muss ihre Herkunft verleugnen, eine falsche Identität tragen und sich in einer Sprache behaupten, die ihr wie eine Mauer entgegensteht.
Zwischen der Sehnsucht nach dem verlorenen Irak und der Enge des sozialistischen Alltags kämpft sie um etwas, das ihr niemand geben kann: einen Platz, der wirklich ihr gehört. Die Beziehung zu ihrer Mutter, geprägt von Liebe und unausgesprochenen Vorwürfen, wird dabei zur schmerzhaftesten Prüfung.
Awatif Hasoon erzählt mit poetischer Schärfe von Entwurzelung, weiblicher Selbstbehauptung und der Last, die eine Generation der nächsten aufbürdet.
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Über den Autor
Awatif Hasoon wurde 1962 in Bagdad geboren und verbrachte ihre Jugend im Irak, bevor sie 1979 in die DDR kam. Sie schloss ihr Studium der Literatur- und Kunstwissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena als Dipl.-Germanistin ab. Heute lebt sie in Berlin und sieht sich als Bindeglied zwischen den Kulturen.
Ihre berufliche Laufbahn verbindet Sprachdidaktik, Wissenschaft und interkulturellen Austausch: Neben ihrer Forschung zur Wertevermittlung im interreligiösen Kontext (LMU München) war sie viele Jahre als freiberufliche Trainerin für interkulturelle Kommunikation in Unternehmen, Institutionen und Schulen tätig.
Seit 2009 lehrt sie Arabisch am Sprachenzentrum der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie die inhaltliche Ausgestaltung verantwortet und später auch die Koordination mehrerer Sprachen übernahm. Zudem war sie für das Auswärtige Amt tätig, übersetzte für den Cornelsen Verlag und verfasste die Kurzgeschichte Der Gott des Geringfügigen.
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